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Mükubahn

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Die Entwicklung der Eisenbahn, insbesondere des Eystruper Bahnhofs in chronologischer Reihenfolge

Bahnhof Eystrup (1846-1929)

Sehr geehrte Besucher,
viele der hier gezeigten historischen Aufnahmen wurden mir freundlicher Weise von Gerhard Rosebrock aus Eystrup, Ortrud Streichsbier aus Hassel sowie aus den Archiven der Interessengemeinschaft Senffabrik Leman und dem Niedersächsischen Kleinbahnmuseum in Bruchhausen-Vilsen zur Verfügung gestellt. Ihnen allen gilt mein besonderer Dank. Ohne ihre Unterstützung könnte ich diese einmaligen Zeitdokumente hier nicht zeigen.

Da es bei einigen wenigen hier gezeigten Aufnahmen teilweise sehr schwer bis unmöglich war den Urheber ausfindig zu machen um ihn zu kontaktieren, ich aber auf der anderen Seite nicht gegen evtl. Urheberrechte verstoßen möchte, betone ich hiermit ausdrücklich, dass ich jederzeit bereit bin die Urheberrechte an diesen Bildern zu respektieren. Sollten Sie der Meinung sein, dass ich gegen eines Ihrer Rechte (Markenrecht, Copyright, Wettbewerbsrecht etc.) verstoßen habe, so bitte ich Sie, mich zur Vermeidung unnötiger Rechtsstreitigkeiten und Kosten schon im Vorfeld zu kontaktieren. Die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorhergehende Kontaktaufnahme mit mir wird im Sinne der Schadenminderungspflicht als unbegründet zurückgewiesen. Ich erkläre hiermit ausdrücklich, dass ich immer bereit bin, Ihre Rechte zu respektieren. Es genügt mir eine kurze E-Mail mit einem Hinweis.

Viel Freude beim Betrachten dieser Seite.

1845

Vertrag über den Bau einer Eisenbahnstrecke von Wunstorf nach Bremen
Ein Vertrag über den gemeinsamen Bau der 100,4 km langen Bahn von Wunstorf nach Bremen wird in Nienburg geschlossen

1846

Baubeginn der Eisenbahn
Im Frühjahr des Jahres 1846 begann der Bau der Bahnlinie Hannover - Bremen in ihrem heutigen Verlauf.

1847

Probefahrt auf der Strecke Hannover-Bremen
Am 14. November 1847 fanden erstmals Probefahrten zwichen Bremen und Hannover statt.

1847

Aufnahme des Bahnbetriebs
Am 12. Dezember 1847 wurde der Betrieb aufgenommen. 40 Lokomotiven, 60 Personenwagen und eine weit größere Zahl Güterwagen wurden eingesetzt, um Menschen und Güter zu befördern. In Eystrup hielten täglich 8 Personenzüge und der Güterverkehr nahm stark zu. In der Statistik der Eisenbahnen im Königreich Hannover, wurde Eystrup 1852 als Haltestelle bezeichnet. Zur Zeit seiner Eröffnung am 12. Dezember 1847 war der Bahnhof Eystrup offiziell »Haltestelle« für Personen- und Güterverkehr. Der Bahnhof war zunächst mit drei Personen besetzt, einen Expedienten*, einen Nachtwächter und einem Türsteher. Neben dem durchgehenden Hauptgleis gab es Nebengleise in der Gesamtlänge von 132 Ruten**, 4 Weichen, 1 Rampe, 1 Hauptgebäude , 1 Nebengebäude, 1 Güterschuppen, 1 Wasserstation und eine elektrische Telegrafenstation. Der Bahnhof war anfangs 350 Meter lang.

* ein kaufmännischer Angestellter , der für den Versand von Waren und Gütern verantwortlich ist * * 1 Rute = 5 Meter

1848

Fahrplan für die Verbindung Hannover - Bremen

Fahrplan für die Verbindung Hannover - Bremen

Die Fahzeit von Hannover nach Bremen betrug damals 3 Stunden und 45 Minuten bzw. 3 Stunden und 30 Minuten in der Gegenrichtung.
Heute wird die Strecke mit einem ICE in 60 Minuten zurück gelegt.

1851

Erste Beschreibung der kleinen Bahnhofsanlage
1851 umfasste die kleine, den ländlichen Verhältnissen entsprechende Bahnhofsanlage "4 Abweichungen, 1 Rampe, 1 Hauptgebäude (Empfangsgebäude), 1 Nebengebäude (Aborte, Utensilienraum, Ställe), 1 Güterschoppen, 1 Wasserstazion, 1 Elektr.Telegr.-Stazion und 2 Wachstuben (Weichenwärterhäuschen)".

1852

Bf Eystrup wird Zwischenstation
Zwischen 1852 und 1855 wurde Eystrup eine Zwischenstation und mit einem Stationsvorsteher besetzt.

1854

Bauzeichnungen des Empfangsgebäudes

Bauzeichnungen des Empfangsgebäudes
Das Empfangsgbäude wurde später nach links erweitert

1854

Vergleich einer Fahrt von Nienburg nach Hannover
Jürgen Hartmann stellt in seinem Vortrag für die Historische Gesellschaft in Nienburg, "Mobilität in früheren Zeiten" Teil 2: Der Personenverkehr, von der Postkutsche zur Eisenbahn, einen interessanten Vergleich über die damaligen Kosten und Fahrzeiten für die ca. 60 km lange Reise von Nienburg nach Hannover im Jahr 1854 auf.

Eisenbahn      Dauer: 1 Std. 50 Min.     Preis: 12 Ggr*

Postkutsche
  Dauer: 8 Std.                 Preis: 1 Thlr. 18 Ggr*

* 1 Thaler = 24 Gutegroschen
Der Wochenlohn eines Arbeiters betrug zur damaligen Zeit ca. 2 bis 3,5 Thaler

1854

Gleisplan des Eystruper Bahnhofs

Gleisplan 1854
Bitte beachten Sie die falsche Wiedergabe der Fahrtrichtungen in der Abbildung des Gleisplans. Die Richtungsgleise nach Bremen und Hannover wurden vertauscht.

1860

Verlängerung der Gleisanlagen
Ende 1860 wurde der Bahnhof um 150 Meter auf 500 Meter verlängert und hatte dann 11 statt der ersten 4 Weichen.

1864

Einführung der 4. Wagenklasse
Um der Landbevölkerung eine besonders preisgünstige Reisemöglichkeit zum Besuch von nahegelegenen Märkten zu ermöglichen, wurde am 16. 06. 1864 die 4. Wagenklasse eingeführt. In dieser besonders einfach gehaltenen Wagenklasse mit hochklappbaren Längsbänken stand ausreichend Platz zur Verfügung, so dass auchumfangreiches Gepäck und Tiere mit in die Wagen genommen werden konnte.

1869

Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr
Auf der hannoverschen Staatsbahn wird von Linksverkehr auf Rechtsverkehr umgestellt.

1879

Gründung der Hoyaer Eisenabahngesellschaft (HEG)
Im Juni 1879 wurde die Hoyaer Eisenbahngesellschaft gegründet, die ein Jahr später die Konzession zum Bau und Betrieb der Bahnlinie nach Eystrup erhielt.

1872

Einführung der ersten durchgehenden Bremsen

1881

Eröffnung des Bahnhbetriebs Hoya-Eystrup

Das Hoyaer Wochenblatt berichtete am Freitag dem 25 November 1881:

"Der Betrieb auf der Lokalbahn Hoya-Eystrup wird mit dem morgigen Tage eröffnet werden. Der erste Zug wird fahrplanmäßig Morgens um 6 Uhr 12 Minuten abgelassen."

Mit täglich fünf Zugpaaren wurde der Betrieb aufgenommen, die Hoyaer Eisenbahn erfüllte in vollem Umfang die Erwartungen der Gründer des Unternehmens. Als 1881 die Hoyaer Eisenbahn mit Ihrer Strecke Hoya- Eystrup in den Bahnhof eingeführt wurde, entstand ein Gemeinschaftsbahnhof der hannoverschen Staatsbahn und der Hoyaer Eisenbahn, für die man den Betrieb mit besorgte.

1878

Einführung des Streckentelefons

1890

Der Personenzugverkehr wurde nach Gründung der "HEG"
mit Dampftriebwagen der Bauart Rowan durchgeführt

Rowan Dampftriebwagen

Der Hoyaer Eisenbahn standen bei der Eröffnung 1881 zwei Dampftriebwagen der Bauart Rowan zur Verfügung. Während das Antriebsdrehgestell mit der Dampfmaschine unter der Fabriknummern 3796 und 3797 von Borsig gebaut wurde, stammt der Wagenteil von der Firma Scandia Wagenbau AG in Kopenhagen.

1890

ROWAN-Dampftriebwagen vor dem Hoyaer Empfangsgebäude

ROWAN-Dampftriebwagen vor dem Hoyaer Empfangsgebäude

Das Bahnhofsgebäude befand sich auf der rechten Weserseite in der Nähe des Bürgerparks. Deshalb wurde der Bahnhof auch als Parkbahnhof bezeichnet. In der 60er und 70er Jahren war es als Tanzlokal "Parkhaus-Hoya" sehr bekannt.

1890

Vergrößerung der Bahnanlagen
1890 wurden der Bahnhof und die Freianlagen wesentlich vergrößert. Jetzt waren 14 Gleise, 32 Weichen vorhanden, die auf einer Länge von 1730 Meter eingebaut wurden.

Gleisplan 1890

1892

Zugentgleisung zwischen Eystrup und Haßbergen
Ein Bericht aus dem Hoyaer Wochenblatt vom 7.7.1892

Zugentgleisung am 6.6.1892

1893

Einführung der mitteleuropäischen Zeit (MEZ)
Mit Inkrafttreten des Gesetzes betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung wurde am 1. April 1893 die Mitteleuropäische Zeit als Einheitszeit für das gesamte Deutsche Reich festgelegt.

Zur Einführung der mitteleuropäischen Zeit  1893

Man beachte die den Hinweis auf die Zeitdifferenz zwischen der Ortszeit und der mitteleuropäischen Zeit (MEZ).

1894

Attentat auf die Eisenbahn
Das Hoyaer Wochenblatt berichtetet am 17.1.1894 von einem Zwischenfall zwischen Nienburg
und Eystrup, bei dem ein Reisender verletzt wurde.

Attentat auf dei Eisenbahn, Zeitungsmeldung vom 17.1.1894

1896

Planungen einer Bahnstrecke nach Rethem/Aller
Das Hoyaer Wochenblatt berichtetet am 1.4.1896 von den Planungen zum Bau einer
Eisenbahnverbindung von Eystrup nach Rethem.

Artikel über die Planung einer Eisenbahnverbindung von Eystrup nach Rethem

1896

Gleisplanentwurf zur Anbindung der Strecke nach Rethem im Bahnhof Eystrup
Obwohl bereits ein Gleisplanentwurf erstellt wurde, kam es nicht mehr zum Bau der Eisenbahnstrecke.

Geplanter Streckenverlauf nach Rethem/Aller
Der Gleisplanentwurf zeigt die vorgesehenen Gleisanlagen und Streckenführung auf der Ostseite des Eystruper Bahnhofs.

1900

Die Abbildung zeigt das Eystruper Bahnhofsgebäude auf einer historischen Postkarte

Pumpenstation 1900

Im Vordergrund das Pumpenhaus der Wasserstation

1900

Das Bahnsteiggleis der Hoyaer Eisenbahn hinter dem Eystruper Bahnhofsgebäude

as Bahnsteiggleis der Hoyaer Eisenbahn hinter dem Eystruper Bahnhofsgebäude

Hinter dem Gleis wird einige Jahre später die Senffabrik Leman gebaut.
Diese Aufnahme entstand vermutlich um 1900

1900

Das erweiterte Empfangsgebäude des Eystruper Bahnhofs

Das erweiterte Empfangsgebäude des Eystruper Bahnhofs um 1900

Die Aufnahme des Bahnhofsgebäudes mit dem damaligen Personal entstand vermutlich um 1900

1900

Das Schrankenwärterhäuschen an der Straße nach Hämelhausen

Das Schrankenwärterhäuschen an der Straße nach Hämelhausen

Das Schrankenwärterhäuschen befand sich an diesem Standort bis zum Bau des Fahrdienstleiterstellwerks.

1906

Das Bahnhofsgebäude auf einer Postkarte von 1906

Das Bahnhofsgebäude auf einer Ansichtskarte von 1906

Hinter dem Gleis wird einige Jahre später die Senffabrik Leman gebaut.
Diese Aufnahme entstand vermutlich um 1900

1910

Die tausendjährige Eiche mit dem Gedenkstein an den deutsch-französischen Krieg von 1870-1871

Mitarbeiter vor der 1000jährigen Eiche

Diese Aufnahme entstand vermutlich um 1910

1913

Bau der Senf- und Essigfabrik Ph. Leman
Die Senf und Essigfabrik Ph. Leman nutzte diesen Umstand. In den Jahren 1913 bis 1915 wurde der jetzige Standort in Eystrup bezogen. Die Fabrik erhielt Gleisanschluss zur An- und Abfuhr der Rohwaren und Fertigprodukte sowie ein Kesselhaus zur Dampferzeugung.

Rohbau der Senffabrik Leman um 1913

Die Aufnahme zeigt das im Rohbau befindliche Fabrikgebäude.
Im Vordergrund der Bahnsteig der Hoyaer Eisenbahn.

1914

Senf- und Essigfabrik Ph. Leman
Die Senffabrik Leman um 1914

Zum Drehen der Rowan-Dampftriebwagen befand sich am Ende des Bahnsteiggleises der Hoyaer Eisenbahn
noch bis in die zwanziger Jahre eine handbetriebene Drehscheibe.

1914

Der Bahnhof Eystrup auf einer Ansichtskarte von 1914
Der Bahnhof Eystrup auf einer Ansichtskarte von 1914

Das Empfangsgebäude wurde inzwischen mit einer Überdachung im Bahnsteigbereich versehen

1916

Der Bahnhhof Eystrup erhält eine elektrische Beleuchtung
Die Firma Harns aus Eystrup erhält von der königlichen Eisenbahndirektion in Hannover den Auftrag zur Lieferung und betriebsfertigen Herstellung einer elektrischen Beleuchtung des Eystruper Bahnhofs.
Im Ausschreibungstext heißt es u.a.: "Der Bahnhofsplatz wird durch eine 300 kerzige Halbwattlampe beleuchtet. Zur Beleuchtung der Bahnsteige dienen 3 Stück 300 NK Halbwattlampen."

1920

Stationsgebäude mit Bahnhofspersonal

Stationsgebäude mit Bahnhofspersonal um 1920

1920

Das Stationsgebäude des Eystruper Bahnhofs

Stationsgebäude mit Bahnhofspersonal um 1920

Die Aufnahme entstand in den 20er Jahren

1922

Stationsgebäude von der Straßenseite, ebenfalls auf einer Ansichtskarte aus den 20er Jahren
Stationsgebäude mit Bahnhofspersonal um 1920

1923

Gleisplan des Eystruper Bahnhofs

Gleisplan 1923

1927

Einführung der 24-Stundenzählung bei der Deutschen Reichsbahn
Bis zur Einführung der 24-Stundenzählung am 1.5.1927, wurden im Fahrplan
die Nachtstunden (6-Uhr abends bis 6-Uhr morgens) durch eine Unterstreichung gekennzeichnet

Fahrplan Osnabrück-Hamburg von 1893

Der abgebildetet  Fahrplan in dem die alte Schreibweise zu sehen ist, stammt aus dem
Hoyaer Wochenblatt vom 6.8.1893

1928

Instandsetzungsarbeiten durch eine Gleisbaurotte
Gleisbaurotte in der 20er Jahren
Gleisbaurotte in der 20er Jahren

Die Aufnahmen entstanden vermutlich im Bereich der Bahnmeisterei Eystrup